Was beschreibt der Tun-Ergehen-Zusammenhang?
Der Tun-Ergehen-Zusammenhang ist ein Begriff aus der Bibelwissenschaft, den der evangelische Theologe Klaus Koch 1955 prägte. Er bezeichnet die namentlich im Alten Testament anzutreffende Annahme, dass Gott der Garant dafür ist, dass es jenen im diesseitigen Leben gut ergeht, die seinen Willen tun, und jene sich selbst schaden, die ihn nicht tun (also sündigen). Koch stellte diesen Begriff der verbreiteten antijudaischen Vorstellung entgegen, der jüdische JHWH sei im Unterschied zum „lieben Gott“ des Neuen Testaments ein ungnädiger, rächender Gott. Im Alten Testament wird dieses Gut-Gehen oder Sich-Schaden sehr materiell geschildert, etwa durch die Länge des Lebens, die Zahl der Kinder und die Größe der Viehherden. Eine Belohnung oder Bestrafung nach dem Tod kam nicht in Frage, da es noch keine Vorstellung eines Ewigen Lebens gab. Jesus von Nazaret bestreitet an mehreren Stellen des Neuen Testaments explizit einen Tun-Ergehen-Zusammenhang im Diesseits.